Ein Tag im Bus

28 03 2011

Von San Pedro de Atacama (Chile) sind wir per Bus nach Argentinien gereist. Da wir hier in Südamerika ausschliesslich mit dem Bus unterwegs sind, möchten wir euch Mal mitnehmen auf eine solche Busreise:

09.45 Uhr: Auf dem staubigen Sandplatz von San Pedro de Atacama warten wir mit anderen Reisenden auf den Bus. Obwohl der Tag erst begonnen hat, brennt die Sonne bereits gnadenlos vom wolkenlosen Himmel.

09.55 Uhr: Der Bus mit Enddestination Salta (ARG) ist angekommen. Wir verladen unser Gepäck und fahren pünktlich um 10 Uhr los.

10.05 Uhr: Wir sind nur 200 m im Bus gesessen, bevor wir alle wieder aussteigen mussten. In San Pedro befindet sich nämlich der chilenische Grenzposten. Bis zur Grenze sind es zwar noch 160 km, aber die Chilenen haben ihren Grenzposten in San Pedro. Wir können uns nicht ausmalen, wieso das so ist… Da vor uns noch 2 andere Cars am Grenzposten Halt machen, heisst es wieder Mal „Schlange stehen“.

11.00 Uhr: Alle haben ihren Ausreisestempel erhalten, der Bus ist nun definitiv abfahrbereit. Die Strasse nach Argentinien führt über den Jama-Pass. Von San Pedro (2400 m.ü.M.) steigt die Strasse durch die karge Wüstenlandschaft ohne grosse Kurven ins Altiplano. Der Boden hier ist sehr trocken und die über 5000 m hohen Berge sind plötzlich zum Greifen nah.

12.10 Uhr: Wir sind immer noch im Aufstieg auf den Jama-Pass. Die Luft wird dünner und dünner, so dass das Atmen schwer fällt, obwohl wir nur bewegungslos im Bus sitzen. Sogar der i-pod von Gisela fühlt sich in dieser Höhe unwohl und funktioniert nicht mehr. Wir sind froh, als wir die Passhöhe auf 4700 m.ü.M. erreicht haben.

12.30 Uhr: Über weitläufige Hochebenen nähern wir uns langsam der argentinischen Grenze. Das Atmen fällt uns nun wieder bedeutend leichter, sind wir doch nun schon wieder auf 4300 m.ü.M.

Eine Lagune in der kargen Hochebene zwischen Chile und Argentinien

Eine Lagune in der kargen Hochebene zwischen Chile und Argentinien

13.00 Uhr: Wir erreichen den argentinischen Grenzposten auf 4000 m.ü.M. Vor uns stehen 4 Busse, das Gepäck der Passagiere ist vor den Bussen aufgereiht. Das könnte eine längere Sache werden…

14.30 Uhr: Wir warteten 1.5 Std. im klimatisierten Bus, bevor wir endlich aussteigen dürfen. In der Zwischenzeit werden wir mit einem Snack verpflegt: Salzgebäck, 2 Apfelsaft und 3 Bonbons…zum Glück haben wir unsere eigenen Sandwiches dabei. Draussen vor dem Buss müssen wir uns in 1er-Kolonne aufstellen, ein Zollbeamter liest die Namen der Passagiere herunter und in dieser Reihenfolge müssen wir uns zur Passkontrolle anstellen. Nach dem Anstehen kommt das „Ansitzen“: Es hat ca. 20 Stühle, auf denen die vordersten Grenzgänger-Aspiranten Platz zu nehmen haben. Wenn wieder jemand an den Schalter gerufen wird und ein Stuhl frei wird, rückt jemand von den Stehenden nach. Lustiges Sesselrücken nennen wir das…

15.05 Uhr: Alle Passagiere unseres Busses haben den Einreisestempel für Argentinien erhalten. Nun ja, da wir schon oft von Chile nach Argentinien gereist sind oder umgekehrt, ist unser Pass mittlerweile voll mit diesen Stempeln. Nun wird alles Gepäck ausgeladen und wir schleppen jeder unser Gepäckstück zur Röntgenmaschine. Dies geht aber ziemlich zügig voran.

15.30 Uhr: Nach 2.5 Std. am argentinischen Zoll sind wir startklar. Zuerst verlieren wir weiter an Höhe und durchqueren dann eine riesige Salzfläche, wo auch Salz abgebaut wird. Danach erklimmen wir nochmals einen ca. 4200 m hohen Pass um danach auf wunderschönen Serpentinen (oh wie schön wäre diese Abfahrt mit dem Velo!) in ein fruchtbares Tal zu gelangen.

Die internationale Strasse durchquert die Salzfläche Salinas Grandes

Die internationale Strasse durchquert die Salzfläche Salinas Grandes

 

 

 

Unzählige Serpentinen führen vom Pass runter ins Tal

Unzählige Serpentinen führen vom Pass runter ins Tal

18.45 Uhr: Der Bus hält in Purmamarca, einem kleinen Andendörfchen, umgeben von farbigen Felsformationen. Hier übernachten wir und gehen dann am nächsten Tag weiter.

Auf dem Markt in Purmamarca werden haufenweise Kleider aus Alpacawolle angeboten

Auf dem Markt in Purmamarca werden haufenweise Kleider aus Alpacawolle angeboten

Die farbigen Felsen in Purmamarca glänzen in der Morgensonne

Die farbigen Felsen in Purmamarca glänzen in der Morgensonne

So sieht der Alltag von Busreisenden zwischen Argentinien und Chile oder umgekehrt aus. Wir sind uns das nun schon gewohnt und nehmen diese mühsame Warterei gelassen hin.



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